Über 50 Fachbegriffe aus Gemmologie, Zertifizierung und Handel — verständlich erklärt.
Abnutzungserscheinungen an Diamant-Facetten durch Kontakt mit anderen harten Materialien. Unter der Lupe als matte oder aufgeraute Facettenkanten sichtbar. Beeinflusst den Cut-Grad negativ.
Neben GIA das renommierteste Gemmologie-Institut der USA. Das AGS-Zertifikat bewertet den Cut auf einer 0–10-Skala (0 = Ideal). AGS Ideal entspricht dem GIA Excellent.
Ehemalige Diamantmine in Westaustralien (1983–2020). Lieferte 90 % aller natürlichen Pink Diamonds weltweit. Seit der Schließung sind Argyle-Pink-Diamonds mit eigenem Provenienz-Zertifikat besonders begehrt.
Die Reflexion weißen Lichts aus dem Diamanten heraus. Maximale Brillanz entsteht, wenn Licht durch die Tafel eintritt und an den Pavillonfacetten vollständig zurückgeworfen wird — kein Licht „leckt" durch den Boden.
Der Standard-Rundschliff mit 57 oder 58 Facetten (mit Kalette). Entwickelt von Marcel Tolkowsky 1919. Maximiert Brillanz, Feuer und Scintillation. Weltweit beliebteste Schliffform für Diamanten.
Gewichtsmaß für Edelsteine. 1 Karat = 0,20 Gramm. Nicht zu verwechseln mit Karat bei Gold (Reinheitsgrad). Ein runder Brillant von 1,00 ct hat ca. 6,5 mm Durchmesser.
GIA-Bewertung der inneren Reinheit eines Diamanten. Skala: FL, IF, VVS1, VVS2, VS1, VS2, SI1, SI2, I1, I2, I3. Bewertet unter 10-facher Vergrößerung durch zertifizierten Gemologen.
GIA-Farbskala von D (absolut farblos) bis Z (deutlich gelblich) für weiße Diamanten. D–F: farblos. G–J: nahezu farblos. K–M: leicht gelb. Jenseits Z: Fancy Colour Diamonds.
Herstellungsverfahren für Labordiamanten: Kohlenstoffgas wird bei niedrigem Druck auf einem Diamant-Keim abgeschieden. Produziert qualitativ hochwertige, meist farblose Diamanten. Neben HPHT das häufigste Verfahren.
Kissenförmiger Schliff mit abgerundeten Ecken. Romantisch-vintage Ästhetik. Kein standardisiertes GIA-Cut-Grading. Bekannt für starkes Feuer. Unterscheidung: Modified Cushion vs. Cushion Brilliant.
Größter Diamant-Produzent weltweit. Kontrolliert historisch bis zu 80 % der globalen Rohdiamanten-Produktion. Bekannt für den Slogan „A Diamond is Forever" (1947). Betreibt heute auch Labordiamanten unter der Marke Lightbox.
Aufspaltung von weißem Licht in die Spektralfarben. Sichtbar als bunte Lichtblitze im Diamanten. Diamant hat mit 0,044 eine hohe Dispersion. Schlechter Schliff unterbindet Dispersion.
Rechteckiger Treppenschliff mit abgeschrägten Ecken. Art-Déco-Ästhetik, klare Linien. Weniger Brillanz als Brillantschliff, dafür elegante Tiefenwirkung. Erfordert höhere Clarity (SI1 minimum), da Einschlüsse sichtbarer sind.
Informeller Begriff: Ein eye-clean Diamant zeigt mit bloßem Auge keine sichtbaren Einschlüsse aus 25 cm Abstand. VS2 ist meist eye-clean, SI1 oft, SI2 selten. Kein offizieller GIA-Begriff.
Diamant mit natürlicher Körperfarbe jenseits der D–Z-Skala. GIA-Farbgrade: Faint, Very Light, Light, Fancy Light, Fancy, Fancy Intense, Fancy Vivid, Fancy Deep, Fancy Dark. Fancy Intense und Vivid sind die wertvollsten.
Siehe Dispersion. Die Aufspaltung von Licht in Regenbogenfarben. Stärker sichtbar in gedimmtem Licht. Fancy-Schliffe (Cushion, Old Mine) zeigen oft mehr Feuer als moderne Brillanten.
Höchster Reinheitsgrad: Keine inneren oder äußeren Merkmale unter 10-facher Vergrößerung. Selten und teuer. Für den bloßen Augen-Betrachter von IF, VVS oder VS2 nicht zu unterscheiden.
Leuchten des Diamanten unter UV-Licht. Grade: None, Faint, Medium, Strong, Very Strong. Blaue Fluoreszenz ist am häufigsten. Strong Blue kann einen Diamanten in Tageslicht milchig erscheinen lassen und mindert den Wert.
Weltweit angesehenste gemmologische Institution. Entwickelte die 4C und die internationale Diamant-Bewertungsskala. GIA-Zertifikate gelten als Goldstandard — international anerkannt, keine kommerziellen Interessen.
Der schmälste Teil des Diamanten — die umlaufende Kante zwischen Krone und Pavillon. Kann rau, facettiert oder poliert sein. Dicke beeinflusst Cut-Bewertung: Very Thin bis Extremely Thick.
Innere Wachstumslinien im Diamanten, durch unregelmäßiges Kristallwachstum entstanden. Als Clarity-Merkmal auf GIA-Zertifikaten vermerkt. Milky oder hazy erscheinende Steine können starkes Graining aufweisen.
Ältestes Herstellungsverfahren für Labordiamanten (seit 1954). Simuliert natürliche Entstehungsbedingungen: 5–6 GPa Druck, 1.300–1.600 °C. Auch zur Farbverbesserung natürlicher Diamanten genutzt — GIA vermerkt Behandlung im Zertifikat.
Berühmtester blauer Diamant der Welt. 45,52 ct, Fancy Deep Grayish Blue. Heute im Smithsonian Institution in Washington. Leuchtet nach UV-Bestrahlung phosphoreszierend rot — charakteristisch für Type IIb Diamanten.
Zweitgrößtes Diamant-Zertifikatsinstitut weltweit. Häufig für Labordiamanten genutzt. Gilt als etwas großzügiger als GIA bei der Bewertung — bei gleichen 4-C-Angaben ist ein IGI-Stein oft günstiger als ein GIA-Stein.
Inneres Merkmal eines Diamanten. Typen: Crystal (Fremdkristall), Cloud (Wolke), Feather (Riss), Needle (Nadeleinschluss), Pinpoint (Einzelpunkt). Bestimmen maßgeblich den Clarity-Grad.
Gewichtsmaß für Edelsteine (1 ct = 0,20 g). Nicht zu verwechseln mit dem Karat-Feingehalt bei Gold (750er = 18 Karat).
Im Labor gezüchteter Diamant — chemisch und physikalisch identisch mit Naturdiamanten. Hergestellt durch HPHT oder CVD. Kein Simulant (Zirkonia, Moissanit). Seit 2018 von GIA zertifiziert. Kein Wiederverkaufswert als Investment.
Psychologische Karatgrößen, bei denen Preise deutlich steigen: 0,50 / 0,75 / 1,00 / 1,50 / 2,00 ct. Ein 0,97-ct-Stein kostet erheblich weniger als 1,00 ct — bei kaum erkennbarem Größenunterschied. Profis kaufen bewusst darunter.
Nicht-transparentes, milchig-trübes Erscheinungsbild mancher Diamanten. Ursachen: starke Fluoreszenz, Graining, dichte Clouds. Mindert die Brillanz erheblich. Auf GIA-Reports als "clouds may affect transparency" vermerkt.
Siliziumkarbid — häufig als günstiger Diamantersatz vermarktet. Kein Diamant, auch kein Labordiamant. Hat mehr Feuer als Diamant (höhere Dispersion), aber weniger Brillanz. Mit einfachem Tester erkennbar.
Historische Schliffformen (18.–19. Jahrhundert) vor der Erfindung moderner Brillantschliff-Berechnungen. Erkennbar an hoher Krone, kleiner Tafel, großer Kalette. Begehrte Vintage-Ästhetik mit warmem Feuer.
Elliptischer Brillantschliff. Wirkt bei gleichem Gewicht größer als ein runder Brillant. Streckt den Finger optisch. Tendiert zum „Bowtie-Effekt" (dunkle Schmetterlings-Schatten in der Mitte) — Qualität abhängig von den Proportionen.
Der untere Teil des Diamanten unterhalb der Girdle. Dessen Winkel (Pavillon-Tiefe) ist entscheidend für die Lichtreflexion. Zu flach: Licht geht durch den Boden verloren. Zu tief: Nail-Head-Effekt.
Das Blitzen und Funkeln beim Bewegen des Steins oder der Lichtquelle. Das dritte der drei optischen Phänomene neben Brillanz und Feuer. Viele kleine Facetten erzeugen mehr Scintillation.
Clarity-Grade mit sichtbaren Einschlüssen unter 10× Lupe. SI1 ist oft eye-clean, SI2 selten. Budget-Wahl für Verlobungsringe — unbedingt Stein vor Kauf auf eye-clean prüfen oder Foto/Video anfordern.
GIA-Bewertung der Facettenausrichtung und -form. Grade: Excellent, Very Good, Good, Fair, Poor. Für Triple Excellent muss Cut, Polish und Symmetry alle Excellent sein.
Die größte, flache Facette oben auf der Krone des Diamanten. Optimal: 54–58 % des Durchmessers beim Brillant. Zu groß oder zu klein mindert Cut-Bewertung.
Höchste Schliff-Auszeichnung: GIA-Bewertung Excellent für Cut, Polish UND Symmetry. Garantiert optimale Lichtperformance. Ideal für Verlobungsringe und Investment. Bei runden Brillanten Standard-Anforderung.
Klassifikation nach chemischer Zusammensetzung. Typ IIa: kein Stickstoff — reinste, oft farbloseste Diamanten (ca. 2 % aller Diamanten). Typ IIb: enthält Bor — natürliche Halbleiter, blau gefärbt. Hope Diamond ist Typ IIb.
Einschlüsse unter 10× Lupe sichtbar, mit bloßem Auge nicht. Der Sweet Spot für Verlobungsringe: eye-clean, deutlich günstiger als VVS. VS2 ist die meistempfohlene Clarity für Brillanten bis 1,5 ct.
Einschlüsse nur für geübte Gemologen unter der Lupe erkennbar. Absolut eye-clean. Preisaufschlag gegenüber VS ist erheblich — ohne visuellen Vorteil für den Träger. Für Investment/Sammler relevant.
Dokument eines qualifizierten Gemmologen oder anerkannten Labors (GIA, IGI, AGS u. a.) mit exakter Bewertung der 4 C, Fluoreszenz, Proportionen und Plot der Einschlüsse. GIA und IGI sind international am verbreitetsten — aber kein abschließendes Kriterium für Kompetenz.
Günstigster und häufigster Diamantsimulant. Kein Diamant. Deutlich weicher (8,5 Mohs), wird schnell matt, hat keine Wärmeleitfähigkeit. Mit einem einfachen Diamant-Tester sofort erkennbar.